Präambel

Als Coach begegnen wir jedem Menschen mit Respekt, unabhängig von dessen Herkunft, Weltanschauung und Lebensgestaltung. Wir achten die Unantastbarkeit und den Schutz der Würde jedes Einzelnen. Das berufliche Handeln im Coaching basiert auf Fachlichkeit sowie auf ethischen und wissenschaftlichen Grundlagen. Das Handeln als Coach bewegt sich im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft.

Die Ethischen Leitlinien enthalten die Überzeugungen als Coach, die ihren Ausdruck finden im Verhalten gegenüber ihren Klienten, sowie im Respekt vor allen beteiligten Personen.

Das Auftreten gegenüber Kolleginnen/Kollegen und den Auftraggeberinnen/Auftraggebern sowie in der Öffentlichkeit ist an den ethischen Leitlinien ausgerichtet. Berufsethische Standards und kollektive Leitlinien dienen dazu, als Coach für ethische Probleme in der Arbeit zu sensibilisieren. Die ethischen Leitlinien ermutigen, das eigene berufliche Handeln kritisch zu prüfen und Reflexion sowie Fortbildung zur Grundlage der Arbeit zu machen. Dafür geben die ethischen Leitlinien Orientierung. Sie bieten Schutz vor eigenen übersteigerten Vorstellungen und überzogenen Erwartungen der Klienten oder Kunden.

Selbstverständnis als Coach

Coaching ist ein Beratungsverfahren, das sich auf Abläufe und Fragen bei der beruflichen Arbeit bezieht, auf Probleme der darin involvierten Menschen und auf ihre Beziehungen. Sie dient gleichermaßen der Emanzipation als auch der Bindung, der Ermöglichung neuer Sichtweisen und der persönlich-professionellen Weiterentwicklung von Einzelnen, Gruppen, Teams und Organisationen. Dabei werden verschiedene Dimensionen einbezogen:

  • Person
  • Beruflicher Auftrag und Rolle
  • Organisation
  • Zusammenarbeit und Abgrenzung
  • Rahmenbedingungen
  • Gesellschaftliche Bezüge

Trotz der Vielfältigkeit und Komplexität der Aspekte ist Coaching eine Form der Beratung
neben anderen – ergänzenden und/oder konkurrierenden – Verfahren. So werden Grenzen u.a. zu psychotherapeutischen Prozessen, zur Organisationsentwicklung, Unternehmensberatung, Mediation, Moderation, Unterricht und Selbsterfahrung gewahrt, auch wenn Mehrfachqualifikationen vorhanden sind.

Als Coach begegnen wir jedem Menschen mit Respekt, unabhängig von dessen Herkunft, Weltanschauung und Lebensgestaltung. Wir achten die Unantastbarkeit und den Schutz der Würde jedes Einzelnen. Das berufliche Handeln im Coaching basiert auf Fachlichkeit sowie auf ethischen und wissenschaftlichen Grundlagen. Das Handeln als Coach bewegt sich im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft.

Die Ethischen Leitlinien enthalten die Überzeugungen als Coach, die ihren Ausdruck finden im Verhalten gegenüber ihren Klienten, sowie im Respekt vor allen beteiligten Personen.

In der allgemeinen Ausübung der Beratungstätigkeit achtet der Coach daher, in seiner Berufsausübung besonders auf seine Selbständigkeit, Unabhängigkeit und Eigenverantwortung. Er verpflichtet sich dem Gemeinwohl. Er reflektiert bei jeder Anfrage selbstkritisch, ob die eigenen Kenntnisse, Fähigkeiten und persönlichen Bedingungen in diesem Fall sinnvoll einzusetzen sind.

Er gestaltet sein Vorgehen gegenüber Auftraggebern und Klienten transparent. In der praktischen Arbeit stehen Offenheit und Verschwiegenheit in einer Spannung zueinander. Dies wird bei Kontraktabschluss, im daraus resultierenden Beratungsprozess und der Auswertung angemessen berücksichtigt.

In der Praxis, Ausbildung und Forschung bedeutet dies: die menschliche und fachliche Qualität von Beratungs-, Ausbildungs- und Forschungsprojekten hat Vorrang vor ökonomischen Interessen.

Daher verbietet sich auch die Übernahme von Aufträgen totalitärer, sexistischer, fremdenfeindlicher oder rassistischer Organisationen von selbst.

Handeln als Coach

Ein Coach trägt die Verantwortung für sein berufliches Handeln im Wissen um die möglichen persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen auf ihre Klientensysteme und messen der Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung Anderer eine hohe Bedeutung zu. Sie verhalten sich so, dass vorhersagbarer und vermeidbarer Schaden verhindert wird.

Supervisorinnen und Supervisoren gehen die Selbstverpflichtung ein, sich auf jene supervisorische Leistung zu beschränken, die vereinbart wurde und in der eigenen Kompetenz liegt. In der Supervision wird auf eine möglichst klare Abgrenzung zu anderen Beratungsdisziplinen geachtet.

Als Coach pflegen wir einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Vertrauensverhältnis, das aus den direkten oder indirekten beruflichen Beziehungen entsteht. Jede Vorteilsnahme und jeder Missbrauch – ob zu Gunsten wirtschaftlicher, sozialer, sexueller oder anderer persönlicher Interessen – wird eindeutig abgelehnt. Er respektiert den Persönlichkeitsschutz und verpflichtet sich insbesondere zum verantwortungsvollen Umgang mit Macht und Abhängigkeit.

Kollegiales Verhalten

Als Coach verpflichtet man sich zu kollegialer Kooperation und kollegialem Verhalten. Die Zusammenarbeit und Konfliktbewältigung entspricht den Prinzipien der gegenseitigen Achtung und Offenheit. Konkurrenz wird dadurch nicht ausgeschlossen, aber Loyalität, Toleranz und Kooperation gewahrt.

Die Akzeptanz persönlicher und fachlicher Andersartigkeit ist eine Grundlage von Kollegialität. Mitglieder treten untereinander in geschäftliche Beziehungen, die vertraglich abgesichert werden. Kollegiale Beziehungen sind hierdurch geschützt.

Mitgliedschaft im Berufsverband

Die Ziele der DGSv sind in der Satzung und in Publikationen des Verbandes veröffentlicht.
Die Mitglieder der DGSv verpflichten sich – entsprechend der entwickelten Qualitätsstandards – zu regelmäßiger Fortbildung und Kontrolle ihres beruflichen Handelns.
Die Mitgliedschaft im Berufs- und Fachverband DGSv erfordert bei Mitgliedschaft in verschiedenen, anderen Verbänden Loyalität gegenüber der DGSv.

Selbstver­pflichtung

Ethische Leitlinien leben von einer ständigen Diskussion durch die Prozessteilnehmer und öffentlichen, rechtlichen Veränderungen und der Orientierung daran.

Die Berufs- und Fachverbände der DGSv tragen Sorge, dass die berufsethischen Diskurse unter den Mitgliedern wachgehalten und die ethischen Standards vor dem Forum der Öffentlichkeit erörtert werden und nach Beschlusslage als Leitlinie in Kraft treten.

 

Die ethischen Leitlinien haben selbstverpflichtenden Charakter.

Die Leitlinien haben mit dem 01.06.2019 Gültigkeit.